Das Auto - Unser mobiles Haus für zwei Monate

Zwei Monate quer durch Südamerika, im Auto schlafen, Bikes transportieren und flexibel sein – das sind die Rahmenbedingungen für unseren Roadtrip. Und dafür braucht es das passende Auto. Genauere Kalkulationen haben gezeigt, dass die Miete für ein entsprechendes Fahrzeug vor Ort sehr teuer ist. Nach umfangreicher Überlegung haben wir uns schließlich dazu entschieden, hier in Deutschland ein Auto zu kaufen, es nach unseren speziellen Bedürfnissen auszubauen und es anschließend für unseren zweimonatigen Roadtrip nach Südamerika zu verschiffen. In diesem Fall kann man also davon sprechen, dass das Fahrzeug der Tour vorausgeht, denn es wird rund vier Wochen länger brauchen, um denselben Ort per Schiff zu erreichen, wie wir beide mit dem Flugzeug.

Ein kleines Budget spielt bei uns eine große Rolle. Dazu kommt, dass das Auto gewissen Maße nicht überschreiten darf – davon hängt nämlich der Preis für die Verschiffung ab: Es darf nicht zu hoch, breit und lang sein. Wir müssen aber drin schlafen, wohnen, kochen können, es muss reichlich Stauraum bieten und auch noch zwei Bikes transportieren können. Einige Wochen, gar Monate, vergingen, bis wir etwas passendes, weitestgehend zuverlässiges und erschwingliches gefunden haben. Ein Ford Transit, Baujahr ’96. Es war Zufall, dass es ein ausrangierter Mannschaftstransportwagen der Freiwilligen Feuerwehr geworden ist. Am Ende kommen wir mit dem Autokauf, dem Ausbau und der Verschiffung immer noch 4000 Euro günstiger weg, als mit der Miete vor Ort.

Nach der anfänglichen Recherche über Wohnmobile und ausgebaute Vans, die wir in Chile oder Argentinien hätten mieten können, fielen uns entscheidende Dinge auf: Wir müssen in dem Auto reisen und wohnen können, während sich die Bikes ebenfalls im Inneren des Autos befinden.

Keines der zu mietenden Fahrzeuge bot uns diese Option. Uns wurde immer und immer wieder ein Fahrradträger vom Vermieter angepriesen, was in unserem Fall nicht in Frage kommt.

Der Ausbau - Sonderanfertigung deluxe

Zuallererst entkernten wir das Auto. Nicht nur die Inneneinrichtung so wie Sitze, Gurte und Bodenbelag mussten raus, sondern auch die komplette Verkabelung der Blaulicht- und Funkanlage. Und das waren bestimmt 500 Meter Kabel! Teile der Verkabelung haben wir nutzen können, wodurch wir einen zweiten Stromkreislauf mit einer durch ein Relais getrennten zweiten Batterie haben.

Das Licht, die USB Steckdosen und alle weiteren Verbraucher werden uns so nie eine platte (Starter)Batterie bescheren können. Der Boden musste ebenfalls erneuert werden. Da haben wir es uns einfach gemacht und schlichte OSB Platten als Bodenbelag gewählt. Verleimt, mit der Karosse verschraubt und mit Bootslack versiegelt, bieten diese einen recht ansehnlichen Boden.

Wir konstruierten auf der rechten Fahrzeugseite eine Falt-Bett-Konstruktion, die dreiteilig mit zwei Klavierscharnieren zu einer Klapp-Bank umgebaut wird. Die Kochzeile gegenüber bietet alles nötige, um autark unterwegs zu sein: ein 2-Feld-Propankocher, der sich auch außerhalb des Autos verwenden lässt, sowie einem Gas- und Elektrokühlschrank.

Im Tag-Modus kann auf der Bank (wen wundert es?) gesessen werden, wobei man direkt vor der Kochzeile sitzt. Unter der Klapp-Bank befindet sich der Stauraum für unseren Proviant und die Ausrüstung. Im Nacht-Modus wird das Falt-Bett ausgeklappt, wobei die Kochzeile darunter verschwindet. Das Resultat ist ein 200×170 Bett für uns beide. Deluxe!

Mit dieser Ausbaustufe haben wir diesen Sommer schon den einen oder anderen Alpen-, Osteuropa- und Atlantikurlaub hinter uns gebracht. Der Ausbau hat sich bewährt und wir sind stolz auf unser erdachte Konzept, denn es funktioniert super und holt platztechnisch alles aus unserem Wohnmobil heraus.

Nun geht es noch darum, ein paar Kleinigkeiten zu optimieren: Das Unterbringen der Bikes für einen sicheren Transport, eine Duschgelegenheit und etwas Gemütlichkeit in Form von selbst genähten Vorhängen.
Es wird…

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