Felsen unter den Stollen

Es ist eines dieser typischen, langen Wochenenden im Spätfrühling. Generell und auf der Alpensüdseite sind die Südhänge Trumpf, wenn man in größere Höhen vorstoßen möchte. Unser Vorstoß soll uns bis auf ein rund 2800 Meter hohes Joch im Schatten eines fast 3700 Meter hohen Gipfels führen. Das klappt fast schneefrei bis etwa 100 Höhenmeter unter das Joch.

Der Trail ist ein schönes Techtelmechtel, im oberen Teil Blockgelände, dann schöne Plattenabfahrten, schließlich ein fast zu flaches Stück, bevor es in die anspruchsvollsten 200 Höhenmeter geht. Hier wartet die ein oder andere S5-Stelle auf uns und der Trail ist verblockt ohne Ende. Fast eineinhalb Stunden kostet uns dieser Abschnitt, bevor dann gemütliches Ausrollen an einem schönen Bach die ganze Tour zum feinen Gesamterlebnis abrundet.

Felsen an den Wänden

Die Tour für Tag zwei ist in Summe weniger technisch – es gibt weniger Fels unter den Stollen, dafür mehr an den Wänden der unzähligen, teils fast senkrechten Zacken und Gipfel um uns herum. Landschaftlich geht es kaum spektakulärer, besonders in dem kleinen Hochtal, das wir durchqueren.

Obwohl der Trail nicht die Schwierigkeit vom Vortag hat, ist er dennoch mit reichlich S4-Passagen gespickt. Die Arbeit geht uns also in der Abfahrt nicht aus und das Grinsen bleibt uns von oben bis unten ins Gesicht gebrannt. Die 1600 Höhenmeter Abfahrt kosten Körner – dass es auf den letzten 300 Höhenmetern etwas einfacher wird, kommt uns ganz gelegen. Eine Traumtour, die durchaus in die Top Ten der Alpentouren Einzug erhalten könnte!

Felsen unterm Eis

Die letzte Tour unseres Trips führt uns auf die Südseite der Berninagruppe. Hier hat es noch reichlich Schnee, aber durch geschickte Routenwahl kommen wir bis auf über 2800 Meter. Über uns türmen sich mächtige Felswände hunderte Meter in die Höhe. Gletscher hängen von großen Plateaus herab und lassen nur erahnen, welch riesige Eisflächen vor den massiven Wänden noch liegen. Das Berninamassiv ist ohne Frage beeindruckend.

Auch der Trail lockt mit ein paar netten Spielereien, auch wenn sich die Schwierigkeit in Summe in Grenzen hält. Zwischendurch führt uns die Abfahrt über einen planierten Wegesabschnitt – eine Sünde des alpinen Wegebaus, einfach mit dem Minibagger kinderwagengerecht gerichtet. Die Entschädigung folgt zum Glück unterhalb in Form von Felsplatten und Treppen in allen Formen und Varianten. Eine tolle Gegend, wir kommen wieder!

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