Klassikwochenende

Eigentlich wollten Claus und ich schon längst für ein Wochenende zu Flo in den Vorarlberg. Doch für fast schneefreie Gipfelabfahrten, mussten wir diesmal bis Anfang August warten.

Bei der Ankunftsrunde am Freitag Nachmittag ist es stellenweise noch recht nass und rutschig, während die letzten Reste des Tiefdruckgebiets über uns hinwegziehen und für schöne Licht- und Schattenspiele sorgen.

Der nächste Morgen begrüßt uns mit warmen Sonnenschein und wir freuen uns bereits auf einen richtigen Vorarlberg Klassiker unter den Bikebergsteigern.
Ich bin aber auch gespannt auf Flos Mitfahrer. Bisher kannte ich Rainer, Hebbe und Joe nur von Fotos.

Neuen Bekanntschaften zu schließen ist recht kurzweilig und so vergeht der Aufstieg gefühlt recht schnell, obwohl wir uns für die 1.500 Hm Zeit lassen. Es macht mehr Sinn später vom Gipfel zu starten, wenn die meisten Wanderer bereits hinab sind. Daher gönnen wir uns auch eine ausgiebige Gipfelrast, bevor es wieder hinab geht mit einer vielseitigen Abfahrt.

Es wird steil, lose, kompakt, knifflig, flott, stufig, rutschig, nass, trocken und allem dazwischen.
Zum Glück ist es ja lange hell. So genießen wir jeden Meter, freuen uns gegenseitig über gemeisterte Tech-Lines und können nach einem Hütten-Stopp schließlich wieder die Bremse etwas weiter öffnen.

Im Tal angekommen, fallen wir ins erstbeste Restaurant ein und als wir uns später verabschieden, freue ich mich bereits auf das nächste Zusammentreffen mit den neuen Freunden.

Für die finale Sonntagstour hat Flo leider keine Zeit. Weshalb wir diesmal nur zu zweit unterwegs sind.

Fast 1.900 Hm sind es bis zum beliebten Gipfel, wobei wir die ersten 800 Hm ausnahmsweise sogar radeln können.
Schließlich kommen wir jedoch an die steile Aufstiegsflanke und die übliche Tragerei beginnt. In einem flacheren Abschnitt legen wir eine Pause ein und beobachten die Bergkollegen, welche im Klettersteig die senkrechte Wand hinaufklettern, die wir selber wenig später in einem flacheren, gerölligen Einschnitt bezwingen müssen.
Gegen Ende wird aber auch dieser Weg so steil und der Untergrund so fein und rutschig, dass ich richtig neidisch werde auf die Stöcke der Wanderer vor uns.
Doch kurz danach steigen wir aus der Flanke und wir betreten ein karstiges Felsplateau. Und nach einem größeren Schneefeld stehen wir auch schon bald auf dem Gipfel.

Wir staunen jedoch nicht schlecht, als wir einen weiteren Biker kommen sehen! Der Berg mag zwar unter Hochtouren-Bikern recht beliebt sein. Aber so oft passiert’s dann doch nicht Gleichgesinnte anzutreffen.
Wie sich herausstellt ist es Timon, der auch schon mit Flo Kontakt aufnahm. Witzig, dass wir Auswärtige nun vor Flo mit ihm unterwegs sind und Timon und Claus fast identisch bekleidet sind. Drei der nachfolgenden Fotos zeigen Timon, nicht Claus! 😉

Zusammen machen wir uns in die Abfahrt auf. Das Felsplateau ist eine riesige Spielwiese und macht leider viel zu viel Spaß, um anzuhalten und Fotos zu machen.
Flos steile und anstrengende Technik-Variante lassen wir dabei links liegen und wählen die Flow-Variante.

Nach einem Hütten-Stop verabschieden wir uns von Timon, den wir drei Monate später zusammen mit Flo und Hebbe im Vinschgau wiedersehen werden.
Es folgt nur noch eine Traverse zu einem Sattel über den Bergkamm, hinter dem wie in unser Aufstiegstal abfahren können. Wir haben immer noch 1.150 Hm Abfahrt vor uns und genießen jeden Meter im abendlichen Sonnenhang.

Klassiker lohnen halt doch immer!