Einfach mal drei technische Gipfel an einem Tag befahren

Abgelegen, Kuhwieseneierei, ewige Höhenmetervernichtung auf Forstpiste – manch ein Gipfel liegt so ungünstig, dass er sich im Gesamtpaket einfach nicht lohnt; auch wenn der obere Teil einen tollen Trail bieten könnte. Eine Zwickmühle: einerseits will man den Gipfel unbedingt befahren, andererseits will man sich das Geeier untenrum ersparen. Was also tun?

Man kann zum Beispiel einfach drei Gipfel zu einer ausgedehnten Tour kombinieren und muss dazwischen nie bis ins Tal abfahren. Eigentlich eine gute Idee. Wir wagen das Experiment.

Um den Hatsch bis zum ersten Gipfel möglichst gering zu halten, steigen wir einen alten Wanderweg auf, der vermutlich wegen einem Erdrutsch nicht mehr in den Karten verzeichnet ist. Der Einstieg ist auch erst mit etwas Sucherei auffindbar. Weiter oben steigen wir durch losen Schotter auf. Kein schöner Aufstieg, dennoch spart er uns zu allen anderen Varianten bestimmt 1,5h Zustieg.
etwas geschlaucht stehen wir schließlich am Grat, der alle drei Gipfel miteinander verbindet. Jetzt nur noch ein bissl queren und 400 Höhenmeter aufsteigen – und schon stehen wir auf dem ersten Gipfel!

Der erste Gipfel bietet ein großartiges Panorama auf die nächsten beiden Gipfel der Tour und ein paar Seen direkt unter uns. Jetzt gibt’s erst mal die verdiente Gipfelpause!

In der Abfahrt vom Gipfel Nr. 1 geht es auch gleich ordentlich zur Sache: ein paar steile Felspassagen mit engen Ausfahrten machen die Abfahrt von Beginn an sehr spannend. Viele enge Spitzkehren mit richtig hohen Stufen und wenig Fallzone sorgen für das perfekte Maß an technischem Anspruch. Gipfel Nr. 1 ist also ein voller Erfolg.

Umziehen, Bike schultern und auf geht’s zum Gipfel Nr. 2. Dies ist der kleinste Gipfel unserer Tour. Bereits nach 300 Höhenmetern stehen wir oben. Die Abfahrt ist eher unspektakulär, verläuft aber zu Beginn schön auf einem Grat.

Gipfel Nr. 3 ist schließlich der Endgegner. Hier warten noch 600 Höhenmeter Aufstieg auf uns. Die Abfahrt ist uns bereits bekannt und sie hat technisch so einiges zu bieten: sie beherbergt die Mutter aller technischen Stellen, sowie die Tochter und die Großmutter! Das Highlight kommt also zum Schluss.
Doch bereits auf den ersten Metern des Aufstieges wird der Himmel über uns immer dunkler. Es dauert nicht lange, bis die ersten Regentropfen fallen. Und wiederum dauert es nicht lange, bis uns die ersten Blitze um die Ohren fliegen. Wir stehen mitten im einzigen Gewitter weit und breit. Es schüttet aus Eimern. Die Abfahrt bereitet uns große Sorgen, denn bei Nässe ist der rundliche Fels und der Lehmboden äußerst rutschig. Ob wir bei solch einer Nässe überhaupt die Hälfte des Trails fahren können?

Wir sind bereits nass bis auf die Unterhose, als wir endlich in die Abfahrt starten können. Jetzt kommt die Stunde der Wahrheit. Was wird gehen? Die Reifen sind auch gleich so richtig schön zugesetzt, aber trotzdem lassen sich erstaunlich viele kniffelige Stellen lösen! Wir sind zwar komplett durchnässt, aber wenigstens können wir fast alles fahren.
Pünktlich zur Ankunft im Tal hört der Regen auf. Trotz Gewitterdusche ist das Projekt Gipfel³ ein Erfolg und kann so durchaus wiederholt werden. Das nächste Mal aber ohne Regen!