Was machen, wenn überall Lawinenstufe 4 ist

Jeder kennt das Problem: man hat Urlaub, der Powder liegt quasi vor der Tür, aber es regnet Tageweise bis auf 2000m rein und dazu gibt’s Orkan. Das Resultat ist Lawinenwarnstufe 4 mit praktisch allen möglichen Gefahrenmustern.
Wenn man dann trotzdem auf Skitour gehen will, sucht man sich beispielsweise das Eck in Schweiz aus, das als Einziges gerade noch Stufe 3 hat. Wenn dann die Tour noch Hänge hat, die nirgends die 30° Marke übersteigen und keine Einzugshänge oberhalb, dann kann man das mal machen!

Die Tour beginnt auf über 1900m Höhe – so können wir den ganzen Wasserskibereich unterhalb ausklammern und starten direkt ins Hochgebirge. Der Schnee ist zunächst noch etwas schwer, aber wandelt sich mit zunehmender Höhe in Powder. Es herrscht also Powderalarm!!!

Wir haben Glück: der Orkan hat tatsächlich wenig Angriffsfläche in unseren Hängen gehabt. Fast alle Bereiche sind recht pulverig.
Aktuell haben wir jedoch Föhnwetterlage. Der Wind kommt von Süden und kann unseren Nordhang auch kaum beeinflussen. Aber je näher wir dem Gipfel kommen, desto klaren hebt sich die Schnefahne ab. Der Wind kachelt ordentlich über den Gipfel!

Die Gipfelpause gestaltet sich dementsprechend kurz  und wir haben Mühe, dafür zu sorgen, dass Felle, Snowboard und alles Andere nicht vom Winde verweht wird. Die Sicht vom Gipfel ist jedoch phänomenal: ein tolles 360° Panorama mit Blick auf die Berninagruppe und weiter!

Die ersten Meter der Abfahrt sind recht abgeblasen und erfordern fachmännisches Navigieren durch freigeblasene Felsen. Ein paar Meter später gibt’s aber den guten Powder und wir lassen es ordentlich stauben. Verschiedene Kicker, Wächten und Drops sorgen für viel Spaß, Gelächter und den ein oder anderen ungeplanten Einschlag. Viel zu kurze Zeit später stehen wir mit fettem Grinsen wieder im Tal.
Mal wieder alles richtig gemacht an diesem Tag!