Nach Jahren ein Gückstreffer in der Schweiz

Die Schweiz in unserem näheren Einzugsgebiet ist nicht gerade als Bikebergsteigerparadies bekannt. Besonders nicht, wenn man gern felsige, definierte und griffige Trails fährt. Neben unzähligen Kuhwiesentrails in katastrophalem  Zustand gibt es viel bröseliges oder rundes Gestein. Und wenn’s dann doch mal griffiger wird, ist es meist fast senkrecht und damit unfahrbar. Auch unser heutiges Projekt ist bröselig – aber dennoch ein Knaller, wie sich herausstellen wird.

Die Auffahrt beginnt ganz gemütlich auf einer Forstpiste. Diese wird jedoch bald so unverschämt steil, dass sie verboten gehört und wir lieber schieben. Es folgen ein paar Meter Kuhwiesengeeier und schon steigen wir den ersehnten Grat Richtung Gipfel auf. Dieser wird auch gleich richtig anspruchsvoll.

Wolken ziehen um den Berg und sorgen für ein mystische Stimmung. Der Grat wird immer definierter; das Panorama mit jedem Schritt beeindruckender. Wir genießen den Aufstieg in vollen Zügen – die gewaltige Landschaft lenkt von den Strapazen ab.

Der Trail präsentiert einen Leckerbissen nach dem anderen. Das zieht den Aufstieg in die Länge – wir checken bereits die Lines für die Abfahrt. Schließlich ist Feierabend. Etwa 100hm unter dem Gipfel sieht das Gelände nicht mehr fahrbar aus. Also sprinten wir kurz zu Fuß auf den Gipfel und werden mit unglaublichem 360° Panorama belohnt. Bei dieser guten Sicht zeigen sich sogar die 4000er der Schweiz.

Die Abfahrt fährt gleich ein paar echt kernige Stellen auf. Nach ein paar Versuchen meistern wir diese und gelangen zum vorerst flowigeren Spitzkehren-Wedel-Teil auf dem oberen Abschnit des Grates.

Folgend wir das Gelände zunehmend technischer und felsiger. Der Weg ist manchmal nur einen Fußtritt breit – das Passieren der Abschnitte verlangt viel Vertrauen in den Grip der Reifen.

Ein paar Steilstufen lassen wir lieber aus. Der Reiz ist zwar da, denn vermutlich wäre alles fahrbar, aber das Risiko ist einfach zu hoch und die Stellen zu schwer.

Abrupt wird der Trail nun richtig flowig und schlängelt sich in schönen Kurven den Grat entlang. Hier und da gibt’s noch eine technische Stelle, ehe wir die letzten 300 Höhenmeter des Grates in einem Spitzkehreneldorado zu Tal fahren. Dabei schenken wir den einzigen Wanderern an diesem Tag noch einen WTF-Moment.

Ein toller Trail mit viel Abwechslung und großartigem Panorama. Oder anders formuliert: einer der ersten Berge in der angrenzenden Schweiz, der sich mit dem Bike wirklich lohnt!