Wenn der Powder zu wenig ist

Wenn Frau Holle die Himmelstore auf macht, der Powder zu wenig ist, dann sieht das zwar toll aus, kann aber nix für’s Skifahren und Snowboarden. Bleibt also als Alternative nur das Powderbiken, das nur mit wenig Schnee auskommt.

Es finden sich auch schnell ein paar Verrückte, die abklemmen und lieber zu hause bleiben und ein paar Normale, die sich mit in den Powder stürzen wollen. Also ab an den Berg!

Der Uphill verläuft größtenteils über eine Forstpiste. Aber mit 20cm Schnee wäre hier nicht an’s Kurbeln zu denken, wenn nicht ein paar Alpler schon mit ihrem Geländewagen hoch gefahren wären. Die Reifenspuren der Autos sind gerade breit genug, um darin zu kurbeln und gerade schmal genug, um die Kurbelei richtig anspruchsvoll zu machen – und dadurch auch interessant. Im Hintergrund immer das frisch eingeschneite Bergpanorama.

Es folgen noch ein paar Höhenmeter Tragerei, ehe wir realisieren müssen, dass der Powder doch langsam zu tief wird. Kurze Probefahrten zeigen, dass man bei ca 35cm Schnee schon ordentlich kurbeln muss, um bergab zu fahren.

Der viele Schnee macht den Trail unberechenbar und rutschig. Doch genau das ist es, was riesigen Spaß bedeutet. Man schlingert durch die Gegend, schwimmt regelrecht mit dem Bike nach unten – und wenn es mal einen Crash gibt, dann hat man schlimmstenfalls ein bissel kalten Schnee im Nacken.

Unsere Crew wurschtelt sich den Berg herab – immer wieder mit kleinen Abgängen oder eleganten und weniger eleganten Tänzelaktionen durch Kurven und über Kuppen. Jedem ist das Lachen ins Gesicht gebrannt; die Abfahrt ist ein mords Gaudi!

Je tiefer wir kommen, desto geringer wird die Schneehöhe. Die Abfahrtsgeschwindigkeit wird langsam schneller und die Stürze werden schnell weniger. Die Sonne schenkt uns noch eine malerische Abendstimmung dazu. Ein bissel platt kommen wir schließlich beim Parkplatz an. Eine geniale Tour mit selten hohem Spaßfaktor! Powderbiken ist schon eine geniale Sache.