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Die multiple Sports Tour

Dumme Ideen… trotz ihrer Dummheit denkt man gerade über sie am meisten nach. Und je mehr man darüber nachdenkt, desto weniger dumm erscheinen diese Ideen, bis sie dann schließlich mehr oder weniger blauäugig umgesetzt werden. In unserem Fall sah es die Idee vor, mit den Zipflbobs den Südwandklettersteig der Sulzfluh aufzusteigen, dann den Rachen runterzuzipfln, den nördlichen Gauablickklettersteig wieder aufzusteigen, unterwegs die Höhle etwas zu erkunden, ein zweites Mal den Gipfel besuchen und dann schließlich durch den Gemschtobel die finale Zipflbobabfahrt zu machen. Rein rechnerisch würden wir 10 bis 11 schöne Stunden am Berg verbringen.

Das Problem: geht der Klettersteig sehr schmal zwischen Felsen hindurch, so kann der Zipflbob am Rucksack zum großen Hindernis werden. Nach dem Studieren vieler Fotos vom Klettersteig waren wir uns aber halbwegs sicher, dass es solche engen Felsverschnitte dort nicht gibt. Zur Sicherheit wurde der Zipflbob mit Rebschnur und Karabiner zusätzlich am Rucksack befestigt, dass er nicht abstürzen kann, aber notfalls hängenderweise zu einem kleineren Hindernis wird.

Als es dann los ging, ernteten wird schon den ein oder anderen verwunderten Blick. Im Klettersteig merkten wir bald, dass der Zipflbob glücklicherweise wirklich kein großes Hindernis war. Nur in senkrechten Abschnitten war der Schwerpunkt recht ungünstig.
Am Gipfel gab’s erst mal die wohl verdiente Pause und noch mehr verwunderte Blicke. Dann konnte der Spaß beginnen! Sämtliche Fotoapparate auf dem Gipfel wurden aktiviert. Eine kurze Schneeprobe zeigte, dass die Abfahrt genial wird. Und schon ging’s los. Der Schnee hatte beste Carvingkonsistenz und so konnten wir schöne Fullspeedkurven in den Hang ziehen. Im steilsten Teil des Rachens fehlte schon etwas Schnee, was zu einer kleinen Klettereinlage führte. Danach ging es ganz nach dem Motto “Speed is all you need” weiter. Mit 4 bis 5 großen Turns wurden die letzten 200 Höhenmeter vernichtet.
Es folgte der Klamottenwechsel und rein ging es in den nächsten Klettersteig. Der war etwas einfacher und so waren wir schnell in der Höhle. Leider war der Hauptarm aber nur mit Seil begehbar und ein kleiner Seitenarm führte auch nicht weiter. So blieb es bei der normalen Route durch die Höhle.
Etwas müde, kämpften wir uns nach dem Klettersteig wieder auf den Gipfel, um dann mit ordentlich Anlauf und Speed ins Gemschtobel zu zipfln. Leider fehlte ganz unten schon der Schnee, aber trotzdem war die Abfahrt bis zu dieser Stelle genial!
Nach 8,5 Stunden kamen wir rechtzeitig mit dem Wettersturz am Auto an und konnten glücklich auf eine dumme Idee oder ein geniales Projekt zurückblicken!

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